Silvester ist im Anmarsch ...

(dieser Beitrag ist eine kleine Hilfestellung für all diejenigen, für die diese Zeit kein Grund zur Freude ist)

 

Jeder mit einem geräuschempfindlichen Hund kennt es – die Silvesternacht, für viele Hunde und ihre Besitzer ein absoluter Horror. Leider beschränkt es sich hier wie wir wissen nicht nur auf die Nacht, sondern es wird oft schon untertags geknallt (mit viel Glück nur an diesem Tag – in vielen Gegenden werden die Knaller und Raketen sogar noch früher gezückt und getestet).

Zu empfehlen wäre hier nicht am selben Tag für etwaige Mittelchen zum Tierarzt zu laufen, sondern rechtzeitig mit einem angemessenen Training zu beginnen und sich beim Tierarzt über eventuell ergänzende Zusätze zu informieren, um sich und den Hund auf diese Zeit gut vorzubereiten.

 

Um auf das Thema näher eingehen zu können, hier grundlegende Fakten zur Angst:

 

  • Angst ist eine Emotion und ist evolutionär gesehen sehr sehr wichtig, da sie dazu beiträgt das Überleben zu sichern, zählt also sozusagen zu der "Grundausstattung" jedes Lebewesens und geht mit mehreren körperlichen Reaktionen einher (erhöhte Herzfrequenz/erhöhter Blutdruck, gesteigerte Aktionsbereitschaft – Energiebereitstellung in den Muskeln, erweiterte Pupillen etc ...)

  • wieviel oder vor welchen Dingen/Geräuschen/Situationen Angst gezeigt wird, hängt von den jeweiligen genetischen Vorraussetzungen und ganz individuell betrachtet, von den jeweiligen Erfahrungen und dem Erlernten ab

 

Das Thema "Trost spenden" wird immer noch hoch emotional diskutiert und immer wieder liest und hört man von Ratschlägen, man müsse den Hund ignorieren, um ihn in seiner Angst nicht zu verstärken oder sogar Sätze wie "da muss er durch" - davon möchte ich hier ganz klar abraten!

 

Natürlich ist es sehr wichtig WIE ich mich meinem Hund gegenüber verhalte.

Bemitleiden oder gar selbst panisch reagieren macht wenig Sinn – Vorsicht hier spielt, wie in anderen Situationen in der Mensch-Hund Beziehung, Stimmungsübertragung eine sehr wichtige Rolle.

Den Hund und seine Gefühle zu ignorieren und ihm den nötigen Halt und Schutz zu verwehren, schädigt jedoch nicht nur die Beziehung von Halter und Hund, es wird auch die Situationen keinesfalls verbessern.

Stell dir vor, du hast vor etwas Angst ...

 

Also wie verhält man sich hier richtig?

Für den Spaziergang gilt:

  • um auf Nummer sicher zu gehen, am Besten schon die Tage vor Silvester (und vielleicht 1-2 Tage nach Silvester) nicht unangeleint spazieren gehen. Wer dennoch der Meinung ist, seinem Hund die "Freiheit" nicht nehmen zu können, kann sich vielleicht hier alternativ mit einer Schleppleine anfreunden (in der Stadt ist von so einer langen Leine abzuraten!) Trotzdem rate ich jedem auch den Gebrauch der Schleppleine zu üben – gerade mit kräftigen und/oder großen Hunden kann es hier schnell zu Verletzungen kommen.

  • ausbruchsicheres Geschirr um eventuelle Fluchtversuche zu vereiteln (kommt leider immer wieder vor, dass der Hund erschrickt, sich aus dem Geschirr/Halsband windet und in Panik davonläuft), oder in dieser Zeit den Hund doppelt gesichert führen ...

  • Zeiten und Orte so wählen, dass man der Knallerei (so gut es geht) aus dem Weg gehen kann (ev. auch nur kurze Runden, damit sich der Hund lösen kann)

  • Vorsicht ist auch bei sehr gut abrufbaren Hunden geboten! In einer Schrecksituation ist nicht davon auszugehen, dass der Hund seinen Besitzer und dessen Kommando wahrnimmt.

    Zuhause sind folgende Tips ratsam:

  • Grundsätzlich: Ist das euer erster Silvester zusammen? Wenn du nicht weißt WIE dein Hund mit dieser Geräuschkulisse umgeht (auch wenn er bei einem Knaller nicht sofort reißaus nimmt) – verbring diese Zeit auf jeden Fall gemeinsam mit ihm! Zeigst du ihm, dass "nichts passiert", legst du vielleicht schon einen positiven Grundstein für weitere Silvesternächte!

  • Verdunkelung von Räumen, um dem visuellen Reiz entgegen zu wirken

  • Fernseher oder Radio einschalten, um Licht bzw. Lärm von draußen etwas abzuschwächen

  • der Hund darf entscheiden, wohin er sich zurück ziehen möchte

  • die Zuwendung richtet sich nach dem, was der Hund in dieser Situation als angenehm empfindet (Kontaktliegen, Massagen, beruhigendes Streicheln, ruhiges Zureden, ein vorher gut aufgebautes Beruhigungssignal ...)

  • wenn der Hund es möchte und schafft, ist auch Beschäftigung ratsam wie z.B. Alternativverhalten, Suchspiele, gefüllter Kong, ...

  • WICHTIG zu wissen: alkoholisierte Menschen können zur Verunsicherung beitragen, da Hunde bereits kleinste Verhaltensänderungen wahrnehmen – würdest du dich, wenn du Angst hast, bei einem Betrunkenen gut aufgehoben fühlen?

 

Auch andere Hilfsmittel wie z.B. Thundershirt, Bachblüten, D.A.P (= ein synthetischer Nachbau des Beruhigungspheromons der Hündin/dies sind Geruchsbotenstoffe die von der Hündin 3-5 Tage nach der Geburt ihrer Welpen am Gesäuge gebildet werden) etc. können den Hund etwas unterstützen. Da es auch hier eine Zeit der Vorbereitung braucht um herauszufinden, ob der Hund es als angenehm empfindet, rate ich rechtzeitig zu beginnen und nicht erst an Silvester zu testen.

 

Große Vorsicht ist bei Beruhigungsmittel geboten. Leider kann es hier dazu führen, dass der Hund sich nicht mehr bewegen kann, aber sonst alles zu 100% mitbekommt. In so einer Situation eine absolute Horrorvorstellung.

 

Desensibilisierung:

Grundsätzlich ist auch eine Desensibilisierung sehr ratsam. Hierbei geht es darum, den Hund allmählich und behutsam an einen Reiz zu gewöhnen – vorausgesetzt dies wird von einem fachlich kompetenten Hundetrainer (Hundepsychologen) geleitet. Bitte keine Experimente in diese Richtung, da das sehr viel Schaden anrichten kann!

 

In jedem Fall gilt – NIMM DIE ÄNGSTE DEINES HUNDES ERNST!

 

 

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© Claudia Neumann